Lerntherapeutischer Unterricht

Lerntherapeutischer Unterricht ist ein integrale Bestandteil von Integrativer
Lerntherapie. Das Kind/der Jugendliche lernt, seine in der Lerntherapie
erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in seinen eigenen individuellen
Lernprozess einzubinden und anzuwenden. Er wird zur eigenständigen Aufnahme
von Kenntnissen und Fertigkeiten angeleitet; sein eigenes, Selbständigkeit
lernendes Handeln steht dabei im Vordergrund. Während dieses Lernprozesses
wird ihm persönliche, individuell abgestimmte lerntherapeutische Hilfe angeboten.

Diese Hilfe besteht im Anleiten zur Verbesserung der Motivation und
Aufmerksamkeit, in der Vermittlung von altersgemäßen, entwicklungs-
adäquaten Lerntechniken und in der persönlichen Beratung, in der die
Lernbedingungen und Lernvoraussetzungen, die individuelle Eigenart,
Problemfelder und die Interessen des Kindes/Jugendlichen berücksichtigt
werden.

Meditative Entspannungsphase tragen zur Verbesserung der
Körperwahrnehmung und des Körperbewusstseins bei und führen zu mehr
innerer Entspannung, Ausgeglichenheit und Ruhe. Dies sind günstige
Voraussetzungen für mehr Aufmerksamkeit und eine größere Aufnahme-
fähigkeit des Kindes/Jugendlichen.

Die persönliche Erfahrung, Lernprozesse selbständig gestalten zu können,
vermindert den Leistungsdruck, stärkt das Selbstbewusstsein im
Kind/Jugendlichen und bildet die Grundlage für eine Steigerung der
Lernmotivation und der Bereitschaft zu eigenständigem Lernen.

Kinder der Primarstufe lernen, die in der Integrativen Lerntherapie
erworbenen Fähigkeiten an aktuellen Anforderungen beim Lernen
mittels der grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen
umzusetzen. Dabei finden Lernstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie
im Therapieprozess besondere Berücksichtigung.

Kinder und Jugendliche der Sekundarstufen I und II lernen, die in der
Integrativen Lerntherapie erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten mittels
der Fächer Englisch, Französisch, Latein, Deutsch und Mathematik anzuwenden
und zu stabilisieren.

Integrative Lerntherapie in der betrieblichen Ausbildung als personenbezogene
therapeutische Hilfe orientiert sich an den betrieblich erforderlichen Kenntnissen
und Fertigkeiten.

Ziele der Einbindung von spezifischen Lernsituationen in lerntherapeutische Prozesse
sind die Verbesserung der individuellen Lernfähigkeit in Hinblick auf mehr
Selbständigkeit und Eigenständigkeit beim Lernen, eine Selbstwertstabilisierung
und die Lösung von störenden Konflikten im sozialen Umfeld, so dass in Zukunft
eine Lernhilfe nicht mehr in Anspruch genommen werden braucht.

Darüber hinaus ist der Einbezug der Eltern in beratenden Elterngesprächen
von großer Bedeutung. So können die Eltern z.B. durch eigene Bestärkungen
des "neuen" Lernverhaltens ihrer Kinder sehr zum Erfolg der Lerntherapie
unterstützend beitragen. Aber auch die Einsicht der Eltern in ihre eigenen,
zum Teil unreflektierten Erwartungen bezüglich des Schulerfolgs kann
zu einer verständnisvolleren und damit zu einer die Familiensituation
entspannenden Haltung führen.

 

 

© Pädagogische Praxis 1985 - 2014