Pädagogische Beratung

Kinder und Jugendliche sind in ihrer Entwicklung von mannigfaltigen Störungen
und Beeinträchtigungen bedroht. Da sie aber nur selten ihre eigene Situation
begreifen und über Sprache anderen verständlich machen können, äußern sie
ihre Probleme und Unzufriedenheiten, aber auch Fragen und Wünsche in ihren
eigenen Ausdrucksformen, wie zum Beispiel in Entwicklungsstörungen,
Verhaltensauffälligkeiten, Lern- und Leistungsstörungen, ja sogar in Krankheiten.
Diese "Sprache" der Kinder und Jugendlichen ist für die Eltern und andere
Erwachsene oft nicht leicht verständlich, vielfach ist ihnen diese "Sprache"
gänzlich unbekannt.

Die Eltern versuchen mit den "vernünftigen" Worten eines Erwachsenen ihre
Kinder zu erreichen, stoßen aber häufig auf Unverständnis, Missverstehen und
Ablehnung. Kinder und Jugendliche wollen nicht die Probleme ihrer Eltern oder
der Erwachsenen verstehen, sie wollen verstanden werden. Das Zusammenleben
von Kindern/Jugendlichen und Eltern wird zunehmend schwieriger, das
gegenseitige Missverstehen und die damit verbunden Spannungen werden immer
größer. Eltern fühlen sich mit der problematischen Situation alleingelassen und
überfordert.

Die Probleme sind vielfältig und im Einzelfall unterschiedlich und überschneiden
sich mit anderen Problembereichen.

Erziehungsprobleme:

Überforderung in Erziehungsaufgaben;
Schwierigkeit, erzieherische Entscheidungen treffen,
die Situation als allein erziehender Vater/allein erziehende Mutter

Entwicklungsprobleme:

Ängste, Entwicklungsverzögerungen, Kontaktschwierigkeiten,
Sprachstörungen, Trennungsängste, Kopfschmerzen, Migräne,
Essstörungen, Schlafstörungen oder andere psychosomatische
Beschwerden; im Jugendalter: Probleme wegen beginnender
Ablösung vom Elternhaus, usw.

Schulprobleme:

Lern- und Leistungsprobleme; Leistungsdruck;
Teilleistungsstörungen, Legasthenie, Dyskalkulie;
Aufmerksamkeitsstörungen: Konzentrationsstörungen,
Hyperaktivität, Impulsivität; Ängste; Überforderung,
Verhaltensprobleme, Fehlhaltungen, Fragen des Schulwechsel,
der Eignung,

Familienprobleme:

Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Spannungen
aufgrund unterschiedlicher Kulturen oder Wertvorstellungen

Eheprobleme:

Partnerschaftsprobleme, Beziehungsschwierigkeiten der Eltern,
Phase der Trennung und Scheidung, Scheidungskinder,

 

In der Pädagogischen Beratung werden die ganz persönlichen Probleme der
Betroffenen angesprochen; Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in den
Gesprächen die Möglichkeit, sich selbst und die Anderen besser begreifen
und damit eine Grundlage für ein gegenseitiges Verstehen und Miteinander zu
schaffen.

In einem ersten Gespräch stellen die Betroffenen ihre Probleme und Fragen
dar, erste Ursachen für die problematische Situation können angesprochen
werden. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden dann die Entstehungs-
bedingungen der Probleme geklärt und Wege zur deren Lösung gesucht.
Welche Schritte notwendig sind, hängt dabei von der jeweiligen Problemlage
und den Betroffenen ab. So können neben den pädagogischen Beratungs-
gesprächen Kinder und Jugendliche auch an den therapeutischen Angeboten
der Integrativen Lerntherapie, Eltern und Erwachsenen an Pädagogischen
Selbsterfahrungsgruppen teilnehmen.

Ziel der Pädagogischen Beratung ist die Klärung der Situation aller Beteiligten
und die aktive Suche nach gemeinsamen Lösungen. Dabei werden vor allem
die Stärken der Kinder, der Eltern und der Familie gefördert und ihre
Schwächen behoben.

Alle Gespräche sind streng vertraulich und unterliegen der Verschwiegen-
heitsverpflichtung. Personen anderer Einrichtungen wie Schule, Jugendamt
oder andere Beratungsstellen, aber auch nahe Verwandte oder Angehörige
erhalten keine Auskünfte über den Inhalt der Gespräche. Sollten Kontakte zu
anderen Einrichtungen in die Gespräche einbezogen werden, sind diese nur auf
Wunsch und nur mit der ausdrücklichen Einwilligung der Betroffenen möglich.

 

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